Bibeltreue Medien zum Lernen und Wachsen
Taschenhilfe #6 – Ich brauche eine Gemeinde

Taschenhilfe #6 – Ich brauche eine Gemeinde

Jim Newheiser

Normaler Preis 3,90 €

inkl. MwSt. und ggf. plus Versandkosten

Autor: Jim Newheiser
Titel: Ich brauche eine Gemeinde
Originaltitel: Help! I Need A Church
Paperback, 80 Seiten
EBTC, 1. Auflage 03/2020

Taschenhilfe #6 – Ich brauche eine Gemeinde

Beschreibung

Oft wird gesagt, dass es keine perfekte Gemeinde gibt. Es ist aber genauso wahr, dass es kein perfektes Gemeindeglied gibt. Daher sagt man ja auch: „Wenn du eine perfekte Gemeinde findest, dann schließe dich ihr nicht an. Denn sobald du das tust, ist sie nicht mehr perfekt.“ Überall dort, wo Sünder eng zusammen sind – ob in der Gemeinde oder der Familie –, gibt es Konflikte und Enttäuschungen. Trotz unserer Unvollkommenheiten hat uns Gott jedoch so geschaffen, dass wir einander brauchen und dass auch die Gemeinde jeden Einzelnen braucht. Doch wie findet man eine gute Gemeinde? Was zeichnet eine gute Gemeinde überhaupt aus? Diese Taschenhilfe unterstützt dich bei der Suche nach einer guten Gemeinde mit biblischer Weisheit.

Jim Newheiser (MA, DMin, Westminster Theological Seminary) war über 25 Jahre als biblischer Seelsorger tätig. Er war Direktor des Institute for Biblical Counseling and Discipleship (IBCD) und ist nun Leiter des Programms für biblische Seelsorge am Reformed Theological Seminary (RTS) in Charlotte, NC.

Mehr Informationen zu dieser Serie unter taschenhilfe.de

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Warum du eine Ortsgemeinde brauchst

2. Wie man eine Gemeinde nicht aussucht

3. Worauf man bei der Auswahl einer Ge­meinde achten sollte

4. Schwierige Fragen in Bezug auf Gemeindewahl

Schlussfolgerung

Schritte in der Anwendung

Weiterführende Ressourcen

Leseprobe

Einleitung

Durch über zwanzig Jahre Mitarbeit an einem biblischen Seelsorgezentrum habe ich immer wieder beobachtet, dass einer der Hauptgründe dafür, dass Ratsuchende keine Fortschritte machen, der ist, dass es ihnen an einer gesunden Beziehung zu einer stabilen, biblischen Gemeinde mangelt. Manchmal liegt es an der Ortsgemeinde, die ihrer Hirtenaufgabe nicht nachkommt und es unterlässt, ihre Schafe zu züchtigen, wenn es nötig ist. Einige Gemeinden drücken sich um ihre biblische Verantwortung und verlassen sich ausschließlich auf außenstehende Seelsorger, die ihren problembeladenen Gliedern helfen sollen. Oft liegt es jedoch an den Ratsuchenden, die sich nie einer gesunden, bibeltreuen Gemeinde angeschlossen haben. Folglich haben sie in Krisenzeiten keinen Zugang zu den Ressourcen und der Hilfe, die Gott innerhalb der örtlichen Gemeinschaft von Gläubigen bereithält. Manchmal wenden sich Menschen an außenstehende Seelsorger als Ersatzpastoren. In solchen Situationen liegt eine der wichtigsten Aufgaben eines biblischen Seelsorgers darin, seinen Ratsuchenden darin zu unterstützen, eine verpflichtende Beziehung mit einer stabilen Ortsgemeinde aufzubauen, wo sie nachhaltig in den Genuss kommen, dass man sich um sie sorgt und wo sie sich um andere sorgen können. Obwohl eine Krise eigentlich nicht der beste Zeitpunkt ist, sich eine Gemeinde zu suchen, kann Gott solch eine Prüfung gebrauchen, um die Seinen in eine bibeltreue Gemeinde zu führen, in der sie auf Jahre hinaus gesegnet werden (und auch für andere ein Segen sein werden).

Es gibt verschiedene Gründe, warum bekennende Christen nicht an eine biblische Gemeinde angebunden sind. Wir haben Situationen, wie die folgenden, beobachten können:

Richard und Jodie besuchen seit ein paar Jahren eine beliebte Gemeinde, zu der sie sich wegen der bewegenden Anbetungsmusik, dem dynamischen (und humorvollen) Pastor und der Programme, von denen ihre Kinder begeistert sind, hingezogen fühlen. Vor mehreren Wochen begann ihre 14-jährige Tochter Michelle damit, sich nachts aus dem Haus zu schleichen, um gemeinsam mit ihrem Freund Drogen zu nehmen und sich unzüchtig zu verhalten. Jodie versuchte, Michelle darauf anzusprechen, die daraufhin ausrastete. Die Auseinandersetzung artete so aus, dass die beiden sich am Ende nur noch gegenseitig anbrüllten. Richard versuchte einzugreifen, indem er sich auf Michelles Seite stellte. Er warf Jodie vor, zu streng zu sein, mit dem Ergebnis, dass Jodie und Richard nun kaum noch miteinander reden. Sie riefen in der Gemeinde an und baten um Familienseelsorge. Im Gemeindebüro sagte man ihnen, dass die Pastoren keine Seelsorge anbieten, sondern dass man ratsuchende Gemeindeglieder grundsätzlich an örtliche Psychologen verweist. Richard hoffte, dass die Bibel Antworten auf ihre Situation bereithalten würde. Jodie machte sich Sorgen über die Kosten der Seelsorgetherapie.

Dan und Darla sind seit dreißig Jahren verheiratet. Sie waren in ihrer Ortsgemeinde engagiert. Dan diente jahrelang als Diakon und Darla leitete die Frauenarbeit. Vor drei Jahren kam es zu einer schlimmen Spaltung der Gemeinde, in der sie über zwanzig Jahre lang Mitglied gewesen waren. Es schien so, als wären die Leute auf beiden Seiten nachtragend und einander übelgesinnt. Dan und Darla ging das sehr nah und sie waren sehr betrübt. Es war geradezu so, als lebte man in Scheidung. Schließlich verließen sie ihre Gemeinde. Monatelang konnten sie sich nicht aufrappeln, in irgendeine andere Gemeinde zu gehen. Mittlerweile besuchen sie ab und zu die Mega-Gemeinde in ihrer Nähe, wobei sie stets auf den letzten Drücker kurz vor Beginn des Gottesdienstes eintreffen und noch beim letzten Lied wieder hinausschleichen. Beide sind so enttäuscht, dass sie sich geschworen haben, sich nie wieder einer Gemeinde anzuschließen. Das Risiko erneut verletzt zu werden, ist einfach zu hoch. Sie haben sogar schon erwogen, sonntags ihren eigenen kleinen Gottesdienst zuhause zu feiern.

James und Sally besuchten eine wachsende, erst kürzlich gegründete Gemeinde, die sich damals in einer Schule traf. Sally sang im Musikteam mit, während James einen Hauskreis mitleitete. Im Laufe der Zeit bemerkte James jedoch, dass sich Sally und eines der männlichen Musikteammitglieder näher zu kommen schienen. James sah sie sogar einmal händchenhaltend nach einer Probe. James stellte Sally zur Rede. Sie gab zu, dass sie und Sam, der Bassist, sich stundenlang unterhalten hatten und einen Draht zueinander hatten, den sie so niemals zu James gehabt hatte. Sie beteuerte zwar, dass sie keinen Sex miteinander hatten, aber bekannte auch, dass sie sich gelegentlich schon geküsst hatten. Sie wollte ihren „Seelenverwandten“ nicht aufgeben. Nach einem erfolglosen Konfrontationsversuch bei Sam wandte sich James an Phil, den Hauptpastor. Zunächst wollte Phil überhaupt nichts unternehmen, sondern sagte nur, „Du hast keine Beweise dafür, dass sie Ehebruch begangen haben. Außerdem ist Sam unser einziger Bassist. Ich kann mir wirklich nicht leisten, ihn zu verlieren“. Als James protestierte, stimmte Phil zu, dass Sally und Sam wohl besser nicht im Anbetungsteam bleiben sollten. James fragte dann Phil, ob die Gemeindeleitung darüber hinaus noch etwas unternehmen würde. Phil erwiderte, „Wir sind eine junge Gemeinde und noch nicht so weit, dass wir Gemeindezucht umsetzen könnten“.

John und Cindy wuchsen in ihrem Glauben in erster Line dadurch, dass sie gute christliche Bücher lasen und sich Auslegungspredigten im Internet anhörten. Sie kamen zu der Einsicht, dass sie ihre auf Besucher ausgerichtete Mega-Gemeinde verlassen und sich eine Gemeinde suchen sollten, die mehr ihren neugewonnenen Überzeugungen entsprach. Nachdem sie die Glaubensbekenntnisse unterschiedlicher Gemeinden online recherchiert hatten, entschieden sich John und Cindy für eine kleine Gemeinde, die wie sie auf tiefere Auslegungspredigten Wert legte. Anfangs waren John und Cindy sehr glücklich in ihrer neuen Gemeinde, wo die Menschen ihren Glauben viel ernster zu nehmen schienen. Doch im Laufe der Zeit ist ihnen das eine oder andere negativ aufgefallen. Ihre neue Gemeinde scheint nicht viel Wert auf Evangelisation zu legen. Die Verantwortlichen leiten mit eiserner Faust und versuchen sogar manchmal, in Angelegenheiten der christlichen Freiheit in die persönlichen Entscheidungen der Gemeindeglieder einzugreifen. Am meisten stört John und Cindy, dass immer, wenn eine Familie die Gemeinde verlässt, der Pastor sie öffentlich kritisiert und sie nahezu als Verräter hinstellt. John und Cindy fragen sich, ob sie einen großen Fehler begangen haben, sich dieser kleinen Gemeinde anzuschließen.

In diesem Büchlein werden wir uns anschauen, was die Bibel über die Ortsgemeinde zu sagen hat. Außerdem werden wir Lösungen für einige der Probleme finden, mit denen sich diese Paare herumgeschlagen haben.

Buch: Ich brauche eine Gemeinde