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Taschenhilfe #9 – Ich bin depressiv

Taschenhilfe #9 – Ich bin depressiv

Carol Trahan

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Autor: Carol Trahan
Titel: Ich bin depressiv
Originaltitel: Help! I'm Depressed
Paperback, 80 Seiten
EBTC, 1. Auflage 06/2020

Lieferbar ab Dienstag, den 13. Juli 2020

Taschenhilfe #9 – Ich bin depressiv

Beschreibung

Depression ist ein weitverbreiteter emotionaler Kampf, auch unter Christen. In dieser Taschenhilfe schildert die Autorin ihren eigenen Kampf gegen Depression. Sie führt uns vor Augen, dass in den dunklen Zeiten des Lebens nur Gott uns Hoffnung geben kann. Wenn wir lernen, den Blick von unseren Gedanken hin zum Herrn zu wenden und sein Wort zu unseren aufgewühlten Herzen sprechen zu lassen, dann erkennen wir, dass Gott unser Helfer und der Heiler unserer Seelen ist.

Carol Trahan (BS, MA) ist seit 1994 Witwe und alleinerziehende Mutter. Sie dient derzeit an der Fakultät der Harvest Ministries auf der Insel Guam und spricht regelmäßig auf Konferenzen für Frauen.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung: „Herr, ich ertrinke im Leid“

1. Der Dienst der Drangsal

2. Warum so viel Leid?

3. Unsere Reaktion auf das Leid

4. Unsere Hoffnung im Leid

Schlussfolgerung: Gott, meine über­fließende Freude

Schritte in der Anwendung

Weiterführende Ressourcen

Leseprobe

Einleitung: „Herr, ich ertrinke im Leid“

Beängstigende Gedanken gehen mir durch den Sinn. Ich liege allein im Bett und flehe Gott an um meiner drei Kinder willen. Tränen überströmen meine Wangen, während ich mich frage, warum der Herr so weit weg scheint und warum meine Gebete unerhört bleiben. Eben noch teilte mir meine Tochter mit, was eine ihrer Freundinnen, die seit kurzem verheiratet ist, einer anderen Freundin auf Facebook geschrieben hat: „Du wirst das Eheleben genießen.“ Ich fühle mich frustriert, sogar neidisch, wenn ich über meine gescheiterte Ehe nachdenke. Ich erinnere mich an meinen Hochzeitstag und wie sehr ich mich damals gefreut hatte. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass mein Mann einen moralischen Fehltritt begehen und seinem Leben nach acht kurzen gemeinsamen Jahren ein Ende setzen würde.

Meine Gedanken wandern zu meinen Kindern und ihren persönlichen Kämpfen. Ich sorge mich um meine Töchter, die Männern misstrauen und Bindungsängste haben, weil sie glauben, dass ihre zukünftigen Ehemänner ihnen auch untreu werden könnten. Und dann denke ich an meinen Sohn, an die Bitterkeit und Seelenqualen, die er aussteht, sowie an die Fehlentscheidungen, die tiefe Narben in seinem Leben hinterlassen haben.

Als ob all dies noch nicht schlimm genug wäre, fange ich an, mich mit anderen zu vergleichen. Mir fallen mehrere Familien ein – Paare, die solide, glückliche Ehen führen und ausgeglichene Kinder haben, denen es gut geht. Ihr Erfolg lässt mich in noch tiefere Depressionen versinken. Wenn ich mein eigenes Leben betrachte, sehe ich mich als jemand, die in den Grundkursen „Ehe“ und „Erziehung“ durchgefallen ist. Ich weiß, dass ich am Anfang meiner Ehe einige schlechte Entscheidungen getroffen habe, doch später bat ich um Vergebung und habe mich seitdem viele Jahre lang bemüht, dem Herrn gehorsam zu sein. Doch es fühlt sich so an, als sei das Leben von da an nur noch schlimmer geworden.

Das Leben scheint so unfair zu sein. Warum ist es nur so schwer? „Herr, wo bist du und warum erhörst du meine Gebete in Bezug auf meine Kinder nicht?“

Zu diesem Zeitpunkt befinde ich mich „am Boden der Verzweiflung“ (wie Anne Shirley in dem Film Anne auf Green Gables sagt). Ich weiß, dass ich mich entscheiden muss. Werde ich zulassen, dass mich diese Gefühle auffressen oder nicht?

Dankenswerterweise ist Gottes Wort tief in meinem Herzen verwurzelt. Ich weiß, dass ich mich bewusst dazu entschließen muss, über die Wahrheit nachzusinnen, sonst stecke ich in großen Schwierigkeiten. Der Herr erinnert mich an mehrere Schriftabschnitte:

Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall. (Ps 119,165)

Einem festen Herzen bewahrst du den Frieden, den Frieden, weil es auf dich vertraut. (Jes 26,3)

Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. (Jer 29,11)

Während ich über diese Schriftabschnitte nachdenke, erkenne ich, dass meine Depression auf eine falsche Denkweise zurückzuführen ist. Ich habe mich auf meinen eigenen Verstand und meine eigene Wahrnehmung verlassen. Ich habe mit dem „Aber ich dachte ...“-Fokus gelebt. Somit habe ich mich darauf konzentriert, dass die Dinge im Leben so verlaufen sollen, wie ich es mir vorstelle. Und weil sie eben nicht so verlaufen, bin ich deprimiert.

Aus Gottes Gnade entschließe ich mich bewusst dazu, die Wahrheit anzunehmen und aufzuhören, mich auf meinen törichten Verstand zu verlassen. Natürlich ist der Schmerz immer noch da (Sünde führt stets zu Herzschmerz und seelischen Qualen), doch mein Fokus hat sich geändert. Ich bete zum Herrn und bringe mein Vertrauen ihm gegenüber zum Ausdruck. Zu diesem Zeitpunkt schlafe ich ein.

Ich wünschte, ich könnte behaupten, dass es sich dabei um meine allerletzte Auseinandersetzung mit der Depression gehandelt hat, doch das ist nicht der Fall. Dieser tägliche Kampf hat mich tief in Gottes Wort hineingetrieben, um Antworten und Hoffnung zu finden. Wenn auch du dich am „Boden der Verzweiflung“ befinden solltest, fasse Mut – du bist nicht allein. Lass uns gemeinsam durch das Wort Gottes gehen und mögen wir am Ende dieser Reise in die Worte des Psalmisten einstimmen:

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meine Rettung und mein Gott ist! (Ps 43,5)