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Taschenhilfe #11 – Mir platzt ständig der Kragen

Taschenhilfe #11 – Mir platzt ständig der Kragen

Jim Newheiser

Normaler Preis 3,90 €

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Autor: Jim Newheiser
Titel: Mir platzt ständig der Kragen
Originaltitel: Help! My Anger Is Out of Control
Paperback, 80 Seiten
EBTC, 1. Auflage 06/2020

Taschenhilfe #11 – Mir platzt ständig der Kragen

Beschreibung

Zorn ist ein weitverbreitetes und ernstes Problem – selbst unter bekennenden Christen. Menschen drücken ihren Zorn auf unterschiedliche Weise aus und jeder Christ hat auf irgendeine Weise damit zu kämpfen. Manch einer fühlt sich machtlos, wenn der Zorn in ihm aufsteigt. Andere rechtfertigen sogar ihr zorniges Verhalten. Wie kann ein Mensch, der auf sündhafte Weise zornig ist, zu einem Menschen werden, der voller Gnade ist? Diese Taschenhilfe hat darauf eine Antwort und gibt uns Hoffnung, indem sie unseren Blick auf die Macht Christi lenkt, die zornige Menschen in gnädige Menschen zu verwandeln vermag.

Jim Newheiser (MA, DMin, Westminster Theological Seminary) war über 25 Jahre als biblischer Seelsorger tätig. Er war Direktor des Institute for Biblical Counseling and Discipleship (IBCD) und ist nun Leiter des Programms für biblische Seelsorge am Reformed Theological Seminary (RTS) in Charlotte, NC.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zorn verstehen

2. Wie kann zornigen Menschen geholfen werden? 

3. Die Überwindung des Zorns durch die Gnade Gottes

4. Praktische Hilfen zur Überwindung des Zorns

Schlussfolgerung

Schritte in der Anwendung

Weiterführende Ressourcen

Leseprobe

Einleitung

Zorn ist weit verbreitet. Der Tennisstar verwirkt ein Match, weil er den Linienrichter anschreit und mit Kraftausdrücken bedroht. Der Autofahrer zeigt eine aggressive Fahrweise im Straßenverkehr. Fast täglich erfahren wir von Missbrauchsfällen, Körperverletzung und sogar Tötungsdelikten, die in unserem Umfeld passieren. Vielleicht bekommen wir mit, wie unsere Nachbarn sich gegenseitig anschreien und fragen uns, ob wir eingreifen sollten. Zorn ist auch ein großes Problem unter bekennenden Christen. Jay Adams schreibt: „Zorn ist für jeden Christen ein Problem. Vermutlich spielt er in neun von zehn Seelsorgefällen eine Rolle“. Nach meiner Erfahrung bin ich mir nicht sicher, dass Zorn bei den restlichen zehn Prozent keine Rolle spielt.

Angelos Frau Cheryl missbrauchte sein Vertrauen, indem sie sich auf eine kompromittierende Situation mit einem anderen Mann einließ. Wiederholt bekennt sie ihm ihre Schuld unter Tränen und bittet ihn um Vergebung, doch jedes Mal, wenn sie dazu ansetzt, bezeichnet Angelo sie als Hure und droht, sich von ihr scheiden zu lassen. „Es ist vorbei!“, sagt er ihr.

Grace regt sich auf, dass ihr Mann Ronny sie zu ignorieren scheint, wenn sie versucht, ihre Eheprobleme anzusprechen. Ungefähr einmal pro Woche brennt ihr die Sicherung durch. Häufig flucht sie dabei und manchmal schlägt sie sogar auf ihn ein. Vor kurzem warf sie im Zorn eine große Vase die Treppe hinunter. Ronny ist um seine eigene Sicherheit und um die der Kinder besorgt. Die Nachbarn haben schon mehr als einmal die Polizei gerufen. Obwohl Grace am darauffolgenden Tag in der Regel reumütig ist, überlegt Ronny, ob er nicht mit den Kindern ausziehen sollte. Grace fühlt sich in Anbetracht ihrer Wut hilflos.

Patty war begeistert, als sie die Gelegenheit bekam, die persönliche Assistentin von John, einem bekannten christlichen Autor und Redner, zu werden. Seit einigen Monaten fragt sich Patty jedoch, ob sie einen Fehler gemacht hat, als sie die Stelle annahm. Johns Dienst steht unter einem großen finanziellen Druck und sein Terminkalender ist überbucht. Er lässt seinen Stress dann immer an Patty aus und staucht sie wegen der kleinsten Fehler zusammen. Patty ist schockiert, dass dieser „großartige Mann“ sie schlimmer behandelt, als ihre weltlichen Vorgesetzten es taten. Sie weiß nicht, wohin sie sich wenden soll und ist sich nicht sicher, ob man ihr glauben würde, wenn sie jemandem offenbart, wie John wirklich ist.

Jane ist seit über fünfundzwanzig Jahren mit Peter verheiratet. Peter ist ein herrschsüchtiger Ehemann, der in alle Lebensbereiche von Jane und den Kindern (bis sie erwachsen waren und sich aus dem Staub machten) hineinredet. Peter hat ständig schlechte Laune – beklagt lauthals den Straßenverkehr, schreit Politiker im Fernsehen an und beschwert sich über die Gemeindeverantwortlichen (die angeblich Peters großes Potential verkannt und ihn außen vor gelassen haben). Nach außen hin spielt Jane die Rolle der stillen, unterwürfigen Ehefrau, indem sie sich nur selten auf einen Streit einlässt oder Vergeltung sucht, doch innerlich ist sie voller Bitterkeit. Schließlich wird ihr bewusst, dass sie diesen Mann niemals zufriedenstellen wird und beschließt, dass sie diese Art von Leben nicht mehr aushält. Während sich Peter auf der Arbeit befindet, packt sie ihre Sachen und verlässt ihn. Peter kommt nach Hause und findet ein leergeräumtes Haus vor. Dazu hat er keinen blassen Schimmer, warum seine Frau ihn verlassen hat.

Bob ist ein erfolgreicher christlicher Geschäftsmann, der froh ist, viele Gläubige in seiner Firma angestellt zu haben. Mit einem nicht unerheblichen Anteil seines Gewinns unterstützt er verschiedene christliche Dienste. Doch in seinem Drang zum Erfolg beschimpft er oft Mitarbeiter, die seine Erwartungen nicht erfüllen, und das vor versammelter Mannschaft. Seine christlichen Mitarbeiter sind von seinem Verhalten schockiert, doch keiner hat den Mut, ihn deswegen zu konfrontieren. Ihnen entgeht auch nicht, dass Bob alle paar Jahre die Gemeinde zu wechseln scheint.


Warum handeln wir so?

Angelo denkt, dass Cheryl es verdient hat, seine Meinung gegeigt zu bekommen nach alledem, was sie ihm angetan hat. Grace würde andererseits zugeben, dass sie sich nach jedem Zornausbruch aufs Tiefste schämt. Sie wünscht sich, damit aufhören zu können. Einige haben ihr gesagt, dass ihr Zorn krankhaft sein könnte. Vielleicht würde die richtige Pille sie vor solchen Wutausbrüchen bewahren. John würde sagen, dass Pattys Versagen am Arbeitsplatz die Zukunft des Dienstes aufs Spiel setzt. Peter wird vermutlich sagen, dass er einfach eine starke Persönlichkeit besitzt, während Jane sagen würde, dass sie nun, da die Kinder groß sind, es sich nicht mehr gefallen lassen muss, sich von einem egoistischen, zornigen Mann beschimpfen zu lassen. Bob würde sagen, dass er eine äußerst dynamische Führungspersönlichkeit ist, was zum Erfolg seiner Firma geführt hat und den Kunden, Angestellten und christlichen Organisationen zugutekommt. Klare Worte sorgen halt für Ergebnisse und Ergebnisse nutzen allen etwas.

Zwar bringen unterschiedliche Menschen ihren Zorn auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck, aber Zorn stellt eine Herausforderung für jeden Christen dar. Angesichts des Zorns fühlen sich einige machtlos. Andere versuchen, sich zu rechtfertigen. Wir müssen uns fragen, wie ein Mensch, der auf sündige Weise zornig ist, zu einem Menschen der Gnade werden kann. Die Antwort ist, dass das Evangelium von Jesus Christus zornige Menschen in gnädige Menschen verwandelt.